Positionspapier zur weiteren Nutzung der „Alte Feuerwache Hochfeld“

Positionspapier zur weiteren Nutzung der Feuerwache (EG) und zur Zukunft eines soziokulturellen Zentrums in Duisburg

 

Ausgangssituation

Am 10. Mai 2017 wurde im Rahmen des „Runder Tisch Hochfeld“ folgendes von der SPD Hochfeld (Frau Demming-Rosenberg), dem Kulturdezernenten Herrn Krützberg und dem Stadtentwicklungsdezernenten Herrn Tum zugesagt:

  • Die „Alte Feuerwache Hochfeld“ wird demnächst umgebaut // 1.EG und 2.EG werden von der daneben gelegenen Schule als Klassenräume, ab dem neune Schuljahr im Herbst 2017, genutzt (vorerst)
  •  Die Nutzung des Erdgeschosses (mit Cafeteria u. Konzertsaal) ist damit offen. hierbei ist es vorstellbar, dass die Nachbarschaft sowie Vereine auf die Räumlichkeiten zugreifen könnten. Jedoch gibt es dazu noch keine weitere Angaben, sowie eine genaue Vorstellung über den weiteren Ablauf.
  • Offen bleibt: Nutzung der Kellerräume und die Gestaltung des Vortplatzes zur Friedenstraße.
  • Die Unterstützung für ein soziokulturelles Zentrum in Duisburg wurde zugesagt (jedoch ohne finanzielle Zuschüsse)

Weitere Nutzung des Erdgeschosses der „Alte Feuerwache Hochfeld“:

Hochfeld ist weiterhin ein dynamischer, vielfertiger Ort,  in dem ein Kultur- und Begegnungszentrums fehlt.

Die Nutzung der „Alte Feuerwache Hochfeld“ als Schule ist unter den derzeitigen Umständen sinnvoll, da momentan keine anderen Gebäude, die für eine Schulnutzung, zeitnah im Stadtteil zur Verfügung stehen. Duisburg weist darüber hinaus viele Freiflächen und Leerstände auf, weswegen in mittelfristiger Sicht sowohl genug Räume für den regulären Schulbetrieb, als auch die Verortung von sozialen und kulturellen Projekten möglich ist.

Das Erdgeschoss der „Alte Feuerwache Hochfeld“ sollte daher ein Beispiel sein, wie ein offenes Nachbarschaftshaus organisiert und verwaltet werden kann. Da der bisherige Werdegang etwas holprig war und Kommunikatiosnkanäle nur bedingt offen gelegt wurden, fordern wir einige Grundsätze, die bei der Nutzung des Gebäudes einzuhalten sind, um einen partizipativen Raum für ALLE zu ermöglichen.

  • Einbeziehung Interessierten, aus der Nachbarschaft, in den weiteren Planungsprozess.
  • Kostenlose Nutzung für lokale Initiativen / Kostengünstige Nutzungsmöglichkeit für Privatpersonen und Veranstaltungen.
  • Vermittlungsperson/Hausmeister*in als Verwalter*in: Transparente Planung, Förderung von Austausch (offene Treffen).
  • Offen für Alle, Ermöglichung von Programmen für Menschen jeder Herkunft, jeden Geschlechts, jeder Religion und der jeweiligen finanziellen Möglickeiten.
  • Bevorzugung von nachbarschaftlichen Projekten.

Duisburg braucht weiterhin ein soziokulturelles Zentrum an anderer Stelle

Die Nachbarstädte Essen (Zeche Carl), Oberhausen (Bsp. Druckluft) und Mülheim a. d. Ruhr (AZ Mülheim) machen es vor: Soziokultur, offene Angebote für Jugendliche, kreative Räume sind unterstützenswert und bilden einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden und Eigenengagement der Stadtbewohner*innen. Um neue Ansätze zu erproben und möglichst viele Menschen in der Stadt anzusprechen, ist es wichtig, dass diese Orte nicht rein privatwirtschaftlichen Zwängen unterliegen.

Der Stadtrat muss einem Gebäude dieser Art zustimmen um Fördertöpfe von Land, Bund und EU anzapfen zu können. So konnte die „Alte Feuerwache Hochfeld“ auch Fördermittel aus dem Stadterneuerungsprogramm profitieren. Durch Fehlentscheidungen von politisch- administrativer Seite mussten diese zurückgezahlt werden. Wir, die Bürger*innen der Stadt Duisburg haben uns dies nicht zu Schulden kommen lassen und wollen nicht die Leidtragenden sein. Soziokulturelle Zentren sind weiterhin wichtig für unsere Stadt. Soziale und kulturelle sowie selbstorganisierte Projekte und Freiräume haben einen Wert für die Stadt, der sich nicht in einer rein betriebswirtschaftlichen Rechnung zeigt. Die Stadt ist kein Unternehmen, sondern ein Zusammenschluss und Lebensort ihrer Bewohner*innen. Wir fordern weiterhin die Orientierung an den Leitlinien des Kulturentwicklungsplanes 2016 sowie die Förderung partizipativer Prozesse.

Die finanzielle Unterstützung eines derartigen Hauses durch die Stadt ist weiterhin notwendig. Wir sehen der baldigen Suche nach geeigneten Orten mit Spannung entgegen, sind offen für Anregungen und für Gespräche. Wir freuen uns über das Wohlwollen, dass unseren Ideen durch den städtischen Kulturdezernenten entgegen gebracht wird und beteiligen uns sehr gern an einem Prozess, der unsere Bedürfnisse und Forderungen ernst nimmt und von Worten zu Taten und Ergebnissen führt.

Protokoll Runder Tisch Hochfeld

10.05.2017 in der Alte Feurwache

Die Begrüßung nahm Fr. Andrea Demming-Rosenberg vor, außerdem erwähnte sie, das letzte Treffen hätte im November letzten Jahres stattgefunden.

Als erste Einleitung sprach Hr. Carsten Tum Beigeordneter der Stadt Duisburg für Stadtentwicklung. Er erläuterte die derzeitige Situation in der „Alte Feuerwache Hochfeld“:
Die Durchführung des letzten Konzeptes der GmbH in der Feuerwache wurde nicht vom Land akzeptiert, Gelder musste zurückgezahlt werden.
Die Stadt ist per Gerichtsbeschluss aufgefordert worden die Fördergelder, in Höhe von 2,1 Millionen €, an das Land NRW zurück zu erstatten.
Das ist zwischenzeitlich wohl passiert und die Stadt hat nun eine freie Entscheidungsgewalt,
was die alte Feuerwache angeht.
Sie wollte das Gebäude zwar anfangs verkaufen, hatte dieses dann aber nach einer gewissen Zeit wieder verworfen und wollte die „Alte Feuerwache Hochfeld“ für den Stadtteil erhalten.
Daher ist jetzt angedacht, in der ersten und zweiten Etage, eine schulische Arbeit einfließen zu lassen, um die direkte Nachbarschule GGS Friedenstr. zu entlasten.
Hr. Tum, und die EG DU werden eine verwaltungstechnische Person/Institution benennen, die sich um die Gesamtverwaltung kümmern wird, in Zusammenarbeit mit der GEBAG.
Außerdem wird jemand gesucht der/die sich um die gesamte technische Ausrüstung und unnd Instandhaltung der Räumlichkeiten kümmern soll.
Als nächster sprach Hr. Krützberg Beigeordneter der Stadt Duisburg für Familie, Bildung und Kultur.

Auch er machte klar das es in den beiden oberen Etagen eine Schule geben wird. Er sagte die dafür vorgesehen Umbaumaßnahmen würden ca. 288.000 € kosten und die Maßnahmen sollen bis zum Sommer 2017, in die Wege geleitet werden.
Des weiteren sprach der Hr. Krützberg davon dass die Stadt ja die Verpflichtung hat alle Kinder schulisch unterrichten zu lassen.
Laut Hr. Krützberg sieht er keine soziokulturelle Arbeit in den Räumlichkeiten der „Alte Feuerwache Hochfeld“. Sagte jedoch auch dass das Erdgeschoss weiterhin für Veranstaltungen angemietet werden kann.
Es besteht ein hoher Aufnahmedruck für die GGS Friedenstr., der soll abgefedert werden, durch die Räume in der FW. Das soll den Druck minimieren. In der FW sollen vorwiegend Differenzierungsräume entstehen.

Aufgrund der Neuzuwanderungen von Kindern im KiGa-Alter, als auch Kindern im Schulalter, sieht man sich gezwungen die Alte Feuerwache als Schule umzufunktionieren.

Die Tendenz der Zuwanderung ist derzeit aber wieder am fallen, daher ist die Lösung mit der Entlastung der GGS Friedenstraße, als solches nur temporär.
Die Stadt will das Angebot „Gute Schule“ in Hochfeld durchführen. Dieses stellt ein Sanierungsplan für Schulen in NRW dar. Für mehr Informationen gerne diesen Link nutzen: https://www.duisburg.de/news/102010100000531231.php
In der anschließenden Diskussion wurden Fragen beantwortet und weitere Aussagen getroffen. Hier will ich nur die prägnantesten nennen.
Fr. Demming-Rosenberg machte das Versprechen das die derzeitigen Mieter, in den beiden oberen Stockwerken, neue Räume zur Verfügung gestellt bekommen sollen. Derzeit sind noch 4 Mieterparteien in der „Alte Feuerwache Hochfeld“
Die Frage ob es auch eine kostenlose Nutzung der untersten Etage geben kann, wurde wie folgt von Herrn Tum beantwortet:„An diesem Punkt sind wir mit unserer Planung noch nicht angelangt, jedoch sollen die Preise wie sie bisher Bestand hatten auch bleiben“.

Hr. Albrecht stellte die Frage ob es für ein soziokulturelles Zentrum eine Räumliche Alternative geben wird.Antwort Hr. Tum:„Nein derzeit habe ich keine Alternative mitgebracht, ich bin jedoch bereit mich mit Ihnen zusammen zu setzen“

Es wurde jedoch auch erwähnt das man ja die Möglichkeit in Betracht ziehen könnte für ein halbes Jahr in der Altstadt eine Räumlichkeit zu mieten wobei da die Anmietung, für den Zeitraum, kostenfrei wäre. Dieses Thema wurde auch schon in Betracht gezogen, doch innerhalb kürzester Zeit wieder verworfen. Eine Erklärung dazu kann unter anderem sein, dass man ja nur für ein halbes Jahr da drin wäre, für die Zeit sich ein solches Zentrum nicht etablieren lässt und man dann am selben Punkt wäre wie vor der Anmietung solcher Räumlichkeiten. Ein weiterer Kritikpunkt ist auch gewesen das die Institution die diese Angebote verwaltet, eher an eine dortige längerfristige Unternehmungsgründung beziehungsweise einer andauernden Anmietung interessiert ist.

Hierzu ein Artikel aus der WAZ

https://www.waz.de/staedte/duisburg/gruender-sollen-altstadt-beleben-id210520741.html

Die Rektorin der Schule Friedenstr. erläuterte noch einmal die Gründe für einen Ausbau der Feuerwache zu Schulklassen und bedankte sich bei den zuständigen Personen für die Möglichkeiten. Uns musste man jedoch nicht davon überzeugen wie sinnvoll eine solche Nutzung ist. Da waren wir uns als Initiative einig drüber dass es da kein gegen reden gab.

Als ich den Herrn Tum auf seine Aussage ansprach, das er uns als Initiative helfen würde Räumlichkeiten zu finden, wie realistisch es ist einen kurzfristigen Termin mit ihm zu bekommen, sagte er mir wir sollten ihm eine Mail schreiben. Er würde dann darauf Antworten, oder eine/r seiner Mitarbeiter*innen.

Noch gibt es keinen Beschluss des Rates für die Nutzung der Feuerwache als Schulerweiterung

Bericht vom „Ball der Solidarität“ / Nächstes Treffen

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Am Dienstag (28.03.2017) hatten wir einen schönen Stand auf der Kickoff-Veranstaltung “Duisburg spinnt” der Cooperative Duisburg in der Alten Feuerwache. Wir haben viele Gespräche geführt (u.a. auch mit Vertretern der SPD Hochfeld), Infomaterialien verteilt und viele Ideen für die Alte Feuerwache gesammelt. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es ein großes Potential in Duisburg und Hochfeld für ein soziokulturelles Zentrum gibt und bestätigt uns daher in unserer Forderung: Die Alte Feuerwache muss ein soziokulturelles Stadtteilzentrum werden!

Der “Ball der Solidarität” hat vielen Initiativen aus der Duisburger Zivilgesellschaft eine tolle Gelegenheit geboten sich vorzustellen und sich gegenseitig kennenzulernen. Um diese Vernetzung weiterführen können brauchen wir ein Ort in Duisburg: Ein Zentrum!

Ideen für die Alte Feuerwache

An unserem Stand konnten Besucher*innen ihre Ideen für die Alte Feuerwache aufschreiben und auf ein Plakat kleben. Dabei sind über 50 Ideen zusammengekommen von Flohmarkt, Treff für Lesben und Schwule, Selbstorganisierte Sportgruppen, Kindertheater, Co-Working-Space über Parties und Konzerte war so ziemlich alles mit dabei.

Besonders gefallen hat uns dabei ein Zettel mit der Aufschrift “Jeden Tag wie Heute”. Denn der Tag hat gezeigt: Duisburg kann mehr als Lethargie! Für ein schönes Leben und Solidarität! Für ein soziokulturelles Zentrum in der Alten Feuerwache! Macht mit!

Unser Nächstes offenes Treffen findet am 17.04 um 17 Uhr im Syntopia (Gerokstr. 2, 47053 Duisburg). Wir freuen uns über neue Mitstreiterinnen!

Offener Brief an die SPD Hochfeld

Stellungnahme der Initiative für ein soziokulturelles Zentrum

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Demming-Rosenberg,

im WAZ Artikel „Ein Ort zum Lernen – und Feiern“ vom 13.03. 2017 durften wir erneut von Plänen der SPD Hochfeld für die Alte Feuerwache erfahren. Dabei sind einige Fragen offen geblieben, zu denen wie Ihnen auf diesem Wege unsere Position erläutern möchten. „Offener Brief an die SPD Hochfeld“ weiterlesen

Aktueller Stand: Prüfantrag, Räume für die Schule, Treffen mit dem Kulturdezernenten

Am 13.03.2017 hat die Linke einen Prüfantrag eingereicht. Es sollte geprüft werden, ob die Feuerwache als soziokulturelles Zentrum in Frage kommt bzw. welche Kriterien dafür erfüllt werden müssen. Dieser Prüfantrag wurde mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt.

Weiterhin ist es jetzt wohl sicher, dass das Gebäude nicht für die Agentur für Arbeit genutzt werden soll. Es war ein Integration Point im Gespräch, da durch die neu zugezogenen Europäer die derzeit in der Nähe gelegene Einrichtung des Arbeitsamtes überfüllt sei.

Umso wahrscheinlicher ist es, dass die benachbarte Gemeinschaftsgrundschule Friedensstraße  „Aktueller Stand: Prüfantrag, Räume für die Schule, Treffen mit dem Kulturdezernenten“ weiterlesen

Bericht vom Treffen am 03.03.2017 im Alt Hochfeld

Letzten Freitag haben wir nochmal geklärt, wie wir weiter vorgehen wollen um in der politische Ebene auf uns aufmerksam zu machen (bspw. ein Treffen mit dem Kulturdezernenten). Wir wollen durch das Vorbereiten von einer gemeinsamen Aktion in der Nachbarschaft und einer Konferenz oder Hearing verschiedene Interessenten, Vereine und Akteure zusammenbringen um Kooperationen voranzutreiben. Vereinbart wurde, dass die Flyer fertig sein müssen bis zu der Veranstaltung ‚Duisburg spinnt‘, die am 28.3. im Zelt auf der Mercatorbrache stattfindet und von der neu gegründeten Cooperative Duisburg veranstaltet wird.

„Bericht vom Treffen am 03.03.2017 im Alt Hochfeld“ weiterlesen